Stiftung nördliches regionales ökologisches Forschungs- und Beratungszentrum.
Die Stiftung
Ende des Jahres 1998 wurde die Biologische Station Wijster - nach 70 Jahren des Wirkens - von der Landbau Universität Wageningen aus Kostengründen aufgegeben. Die Station wurde 1927 von Dr. Willem Beyerinck gegründet, welcher damals ökologische Untersuchungen in der Provinz Drenthe durchführte. Seitdem haben zahlreiche Wissenschaftler, hervorzuheben sind Dr. Piet den Boer und Dr. Theo van Dijk, durch ihre Arbeit der Station weltweit einen herausragenden Ruf verschafft.
Ehemalige Mitarbeiter der Biologischen Station und des Instituts für Wald- und Naturuntersuchungen haben nun die Stiftung "Willem Beyerinck Biologisch Station" gegründet, um die Tradition und das Wirken der Biologischen Station Wijster weiterzuführen. Die Hauptzielsetzung dieser Stiftung ist:
"Beurteilung, Förderung und Bewachen der Naturgüter in der Euroregion Nordniederlande/Norddeutschland anhand des bis heute gesammelten populationsökogischen Wissens."
Dieses Ziel versuchen wir zu verwirklichen durch:
Inventarisierung vorhandener Naturgüter mit Hilfe von Felduntersuchungen.
Inventarisierung der Flora und Fauna sowohl in terrestrischen als auch in aquatischen Lebensräumen.
Für den terrestrischen Lebensraum die Fortsetzung der Erhebungen von Daten zum Vorkommen und die Verbreitung von Laufkäfern.
Für die aquatischen Lebensräume die Inventarisierung und ökologische Beurteilung von Mooren, sowohl in naturbelassenen Flächen als auch in isolierten kleinen Landschaftselementen.
Beratung bezüglich der zu erwartenden Auswirkungen von Projekten zur Entwicklung der Landschaft, insbesondere Korridore und ökologische Infrastruktur.
Vergeben von "expert judgements" für verschiedene Projekte im Bereich der Wirbellosen und niederen Wirbeltiere und der Flora/Fauna von Mooren.
Vorträge, Schulungen, Kurse und eventuell Studentenbetreuung
Die Stiftung verfügt über eine umfangreiche Erfahrung auf dem Gebiet der Untersuchung von Evertebraten, insbesondere Laufkäfer, und der Wasserqualität von Venns. Gleichzeitig wird ein Netzwerk von Kontakten mit erfahrenen Spezialisten für verschiedene Organismengruppen unterhalten, so dass auch breiter angelegte Untersuchungen auf einem qualitativ hohen Niveau durchgeführt werden können. Die Finanzierung soll durch Subventionen, Projekte und Aufträge verwirklicht werden. Für die Stiftung entsteht kein finanzieller Gewinn. Die Resultate von Projekten und Aufträgen werden im Sinne eines besseren Verständnisses ökologischer Prozesse weiterbearbeitet. Die Finanzierung der Stiftung soll durch Subventionen, Projekte und Aufträge verwirklicht werden. zurück
Die Zukunft der Biologischen Station
Ende des Jahres 1998 wurde die Biologische Station Wijster - nach 70 Jahren des Wirkens - von der Landbau Universität Wageningen aus Kostengründen aufgegeben. Die Station wurde 1927 von Dr. Willem Beyerinck gegründet, welcher damals ökologische Untersuchungen in der Provinz Drenthe durchführte. Im Jahr 1957 begann Dr. Piet den Boer seine populationsökologischen Untersuchungen auf der Station. Als Untersuchungsobjekte dienten ihm die Laufkäfer. Seine Studien an dieser Tiergruppe führten zu der Theorie der "Risikostreuung" (den Boer 1968, den Boer & Reddingius 1996), welche eine Alternative zur Theorie einer Stabilisierung von Populationsdichten durch regulatorische Prozesse ("Regulationstheorie") bot. Den Boer führte diese Studien in Form von Langzeituntersuchungen über 40 Jahre fort, die Ergebnisse dieser Untersuchungen unterstützten seine Theorie. Mitte der 60er kam Dr. Theo van Dijk auf die Station, um die Grundlagen der Theorie zu erforschen. Insbesondere führte er umfangreiche Studien zur Mobilität und Reproduktion an Laufkäfern durch (van Dijk 1994).
Ehemalige Mitarbeiter der Biologischen Station und des Instituts für Wald- und Naturuntersuchungen (Instituut voor Bos- en Naturonderzoek) haben nun die Stiftung "Willem Beyerinck Biologisch Station" gegründet, um die Tradition und das Wirken der Biologischen Station Wijster weiterzuführen. Das umfangreiche Daten- und Sammlungsmaterial, sowie ein Großteil der Ausrüstung befinden heute sich im Besitz der Stiftung. Durch die Ausführung von Inventarisierungs- und Monitoringprojekten in der Provinz Drenthe und der Euroregion Nordniederlande/Norddeutschland sollen auch weiterhin Informationen gewonnen werden, die für Landschaftsplanung und Naturschutz relevant sind. Die gesammelten Ergebnisse sind darüber hinaus für grundlegende Fragestellungen von Bedeutung.
Der Schwerpunkt soll auf Untersuchungen von Laufkäfern als Indikatoren für Bodenqualität, Größe, Isolation und Ausmaß der Störung von Biotopen, sowie der ökologischen Qualität von Gewässern liegen. Darüber hinaus plant die Stiftung biologische Kurse, Schulungen und Beratung in der Landschaftsplanung (Computersimulationen) anzubieten.
Zitierte Literatur
den Boer, P. J. (1968): Spreading of risk and stabilization of animal numbers. Acta Biotheor. 18, 165-194.
P.J. den Boer & Reddingius, J. (1996): Regulation and stabilization paradigms in population ecology. Chapman & Hall, London, Weinheim, New York, Tokyo, Melbourne, Madras. 397 S.
van Dijk, Th. S. (1994): On the relationship between food, reproduction and survival of two carabid beetles: Calathus melanocephalus and Pterostichus versicolor. Ecological Entomology 19, 263-270.